Das Goetheanum
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Jahreszeitliche Schmetterlingsbeobachtungen

Hier folgen in loser Folge kleine Beobachtungen und Notizen aus dem Schmetterlingsgarten

Spätsommer

Sonnenröschenbläuling   (Aricia agestis)

Auch im Augiust und September gibt es noch Überraschungen in den mageren Standorten bei der Trockenmauer und der Sternwarte, östlich des Goetheanums.

Neben späten Ochsenaugen, dem Mauerfuchs, Weisslingen und dem orangenen Postillonfalter findet das aufmerksame Augen auch kleine Sonnenröschenbläulinge (Aricia agestis) beim Blütenbesuch auf Hornklee  und Skabiosen- und wie auf dem Bild auch auf Bohnenkraut. Zusammen mit dem Himmelblauen Bläuling (Lysandra bellargus) und dem Zwergbläuling hat sich dieser warmbraun gefärbte Bläuling mit den feurig orangen Fleckenbinden in den neugeschaffenen Magerstandorten angesiedelt. Die Räupchen der zweiten Generation fressen vor der Überwinterung die grünen Teile der Blattunterseite vom Sonnenröschen (Helianthemum nummularium)

Sommerfalter

Sommerfalter - Schachbrett und Grosses Ochsenauge

Neben den häufigen Sommerfaltern, wie das Grosse Ochsenauge (Maniola jurtina) der Braune Waldvogel (Aphantopus hyperantus) und das Kleine Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus)  fliegt bei uns  auch der schöne schwarz-weiss gemusterte Schachbrettfalter oder das Damenbrett (Melanargia galathea).  Seit seiner Wiederansiedlung vor zehn Jahren hat sich bis heute eine winzig-kleine Population auf  den Goetheanumwiesen halten können.

Obwohl weit verbreitet, ist dieser "Sommervogel" vor allem im Flachland nicht mehr häufig. So gibt es beispielsweise im nahen Birseck zwischen Aesch und Basel nur noch zwei bis drei kleine, voneinander getrennte Populationen, welche sehr gefährdet sind.

Durch Fördern von Blumenwiesen und spätblühenden Säumen mit Flockenblumen, Dost etc. in der offenen Feldflur können wir das lichte Spiel der Schachbrettflügel wieder in unsere Landschaft bringen.

Literaturhinweis: Über den Zusammenhang von Landschaftsqualität und Verhalten, bzw. Raumnutzung des Schachbrettfalters ist 2004 am Forschungsinstitut am Goetheanum eine  Arbeit von Johannes Wirz & Daniel Kuster erschienen. (kann als pdf-Datei unter folgender Adresse heruntergeladen werden: www.schmetterlinge.goetheanum.org/1507.html)

 

 

Schachbrett und Grosses Ochsenauge auf noch nicht gemähten Johanniwiesen

Juni

Strahlendes Frühsommerblau - Der Himmelblaue Bläuling

Auf dem Bild unten sehen sie den Lebensraum vom Himmelblauen Bläuling (Polyommatus bellargus) bei der 1998 neu gebauten Trockenmauer, östlich des Goetheanums.
Zusammen mit seiner Raupenfutterpflanze, dem Hufeisenklee ist der Himmelblaue Bläuling weitgehend aus unserer Landschaft verschwunden. Durch die Neuschaffung von lichten hellen Lebensräumen  und durch gezieltes Einbringen von Raupenfutterpflanzen fand dieser schöne Bläuling, zusammen mit dem Silbergrünen Bläuling und dem Zwergbläuling am Goetheanum wieder ein Zuhause.  Die nächsten Populationen dieser Arten finden sich in der  Reinacherheide, ca. 2 Km vom Biotop am Goetheanum.

Männchen und Weibchen vom Himmelblauen Bläuling auf der Trockenwiese, östlich des Goetheanums. Seine Raupenfutterpflanze ist der Hufeisenklee. (Hippocrepis comosa)

Mai

Zwergbläuling (Cupido minimus)

Seit fünf Jahren kann man im neugeschaffenen Biotop bei der Sternwarte den kleinsten Bläuling Europas beobachten. So unübersehbar seine Raupenfutterpflanze, der Wundklee (Anthyllis vugaris) den Ort im Mai und anfang Juni prägt, so unauffällig lebt der braun-silberne Zwergbläuling im Wundklee-Lebensraum. Nur wenige Pflanzen an trockenen kalkreichen Standorten genügen ihm offenbar, um sich aus mehr als 4 Kilometer Entfernung  in wenigen Jahren  ansiedeln zu können. Dies ist umso erstaunlicher, wenn man weiss, dass beide Arten, der Wundklee, wie auch der Falter bei uns nicht mehr häufig sind! Das Weibchen legt seine weissen, reich strukturierten  Eier  in die wolligen Blütenköpfe des Wundklees. Die Raupe von C. minimus lebt versteckt im Blütenkelch  und frisst dann die anreifenden Samen. Wollen wir den kleinen Bläuling erhalten und fördern, dürfen wir solche Lebensräume nicht vor Anfang/Mitte Juli mähen!

Zwrgbläulinge in ihrem Lebensraum: Trockenmauer östlich des Goetheanums

April

Aurorafalter fliegt nur über sonnige Wiesen...

Der Aurora ist ein Frühlingsbote –zur Zeit der Löwenzahnblüte kann man  den weiss-orange leuchtenden Falter auf morgendlich durchsonnten Maiwiesen beobachten. Selten ruht das schöne Männchen auf einer Blüte, wie z.b. auf dem Wiesenschaumkraut, denn bei schönem Wetter durchfliegt es Wiesen und Waldränder beinahe pausenlos: es ist auf der Suche nach frisch geschlüpften Weibchen! Das unscheinbare Weibchen legt seine spindelförmigen orangen Eier an frische Blütenstiele von Kreuzblütlern. Gut zehn Monate überdauert die holzartig wirkende Puppe im stehengelassenen Krautsaum der Hecke. Mähe ich solche Säume, vor allem in der Nähe seiner Raupenfutterpflanze (am Goetheanum oft an Knoblauchhederich) schneide ich mir auch etwas „Frühlingsfreude“ in der Landschaft weg!

Das Männchen vom Aurorafalter verweilt nur kurze Zeit auf Wiesenschaumkraut oder zum Sonnen in Bodennähe
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